Angefangen hat alles mit einer Rechnung, die mich geärgert hat. Ich wollte klein einsteigen, ein bisschen physisches Gold neben dem Sparplan, nichts Dramatisches. Als ich mir dann angesehen habe, was ein Ein-Gramm-Barren tatsächlich kostet, war die Ernüchterung groß: Auf den reinen Materialwert kommen bei dieser Größe typischerweise acht bis fünfzehn Prozent Aufschlag. Prägung, Verpackung, Zertifikat, Logistik und Handelsmarge fallen eben pro Barren an, und bei einem Gramm verteilen sie sich auf eine winzige Menge Metall. Beim Kilobarren entsteht derselbe Aufwand, nur liegt der Aufschlag dort häufig unter einem Prozent.
Für mich hieß das: Wer monatlich hundert Euro in Gold steckt, bezahlt über die Jahre einen spürbaren Teil davon für die Verpackung des Metalls und nicht für das Metall. Institutionelle Käufer, die in Kilobarren denken, haben dieses Problem schlicht nicht. Genau auf dieser Suche nach besseren Konditionen bin ich auf das Modell der TGI AG gestoßen, das den Nachteil kleiner Stückelungen über ein Rabattsystem ausgleichen will.
Das Produkt: Feingoldbarren 999,9
Bestellt habe ich einen physischen Feingoldbarren mit 24 Karat und einem Feingehalt von 999,9, laut Website LBMA-zertifiziert. Dieser Punkt war für mich der wichtigste vor der Bestellung. Die Zertifizierung bedeutet, dass der Hersteller auf der Good Delivery Liste der London Bullion Market Association geführt wird und regelmäßig auf Reinheit, Gewicht und Fertigungsqualität geprüft wird. Praktisch heißt das: Der Barren ist international handelbar, ohne dass ihn ein Käufer später erneut prüfen lassen muss. Genau diese Sorge, irgendwann mit einem Stück Metall dazustehen, das mir keiner ohne Aufwand abnimmt, hatte ich vorher.
Zur Auswahl stehen zehn Stückelungen: 1 g, 2 g, 5 g, 10 g, 20 g, 50 g, 100 g, 250 g, 500 g und 1000 g. Diese Bandbreite fand ich angenehm, weil sie beides zulässt: den kleinen, regelmäßigen Kauf und den einmaligen größeren Schritt. Ich habe mich am Ende für eine mittlere Grammatur entschieden, weil dort der absolute Rabattbetrag schon spürbar ist, der Einsatz aber überschaubar bleibt.
Die Preise, die ich vor mir hatte
Der prozentuale Nachlass ist über alle Grammaturen hinweg identisch, der absolute Vorteil wächst also mit der Barrengröße: knapp zehn Euro beim Ein-Gramm-Barren, über achttausend Euro beim Kilobarren. Das war die Tabelle, mit der ich gerechnet habe.
| Grammatur | Listenpreis | Preis nach 7 % Rabatt |
|---|---|---|
| 1 g | 138,44 € | 128,75 € |
| 2 g | 257,52 € | 239,49 € |
| 5 g | 607,52 € | 565,00 € |
| 10 g | 1.202,94 € | 1.118,73 € |
| 20 g | 2.393,77 € | 2.226,20 € |
| 50 g | 5.918,15 € | 5.503,88 € |
| 100 g | 11.812,31 € | 10.985,45 € |
| 250 g | 29.407,95 € | 27.349,39 € |
| 500 g | 57.970,45 € | 53.912,52 € |
| 1000 g | 116.192,25 € | 108.058,79 € |
Was ich vor der Bestellung gemacht habe und jedem empfehlen würde: den Listenpreis am Tag des Kaufs mit dem aktuellen Marktpreis vergleichen. Ein Rabatt wirkt nur dann, wenn der Ausgangspreis marktgerecht angesetzt ist. Bei meinem Vergleich passte das Bild, und der Nachlass war für mich real spürbar, nicht rechnerische Kosmetik.
Die Entscheidung: sofort oder warten
Die eigentliche Grundsatzfrage kommt früher, als man denkt. Man wählt beim Kauf zusammen mit der Grammatur auch das Rabattmodell, und laut Website lässt sich diese Wahl später nicht mehr ändern. Ich habe deshalb einen Abend gebraucht, ehe ich auf „Bestellen“ geklickt habe.
Variante A
Sofortlieferung mit 7 % Rabatt
- Lieferung laut Anbieter innerhalb von höchstens neun Wochen
- Einmaliger Kaufpreisnachlass von sieben Prozent direkt beim Kauf
- Der Vorteil steht sofort in der Rechnung
Variante B
36 Monate Lieferzeit mit Treuerabatt
- Monatlich zwei Prozent Rabatt auf den ursprünglichen Kaufpreis
- Nach 36 Monaten zusätzlich ein einmaliger Treuerabatt von 36 Prozent
- In Deutschland laut Website nicht verfügbar
Die Sofortvariante belohnt Ungeduld, die Wartevariante belohnt Geduld, und zwar deutlich. Bei Variante B werden während der Wartezeit monatlich zwei Prozent des ursprünglichen Kaufpreises nachträglich gutgeschrieben, am Ende kommt zusätzlich zur Goldlieferung ein einmaliger Treuerabatt von 36 Prozent hinzu. Der Slogan „Warten wird belohnt“ ist insofern zutreffend. Ich habe mir das mit runden Zahlen aufgeschrieben, um zu verstehen, worüber wir reden.
Am Ende habe ich mich für die Sofortlieferung entschieden, und ich bin damit zufrieden. Nicht, weil die andere Rechnung schlechter aussieht, im Gegenteil, sondern weil ich beim ersten Kauf bei einem neuen Anbieter das Metall in der Hand haben wollte. Wer die Wartevariante prüft, sollte außerdem wissen, dass sie laut Website in Deutschland nicht angeboten wird; das hat die Frage für mich ohnehin erledigt.
Meine TGI AG Erfahrungen mit Bestellung und Lieferung
Der Kauf läuft anders ab als in einem klassischen Onlineshop. Es gibt keinen offenen Warenkorb, in den man Dinge legt und wieder herausnimmt, sondern einen festen Ablauf: Grammatur wählen, Rabattmodell festlegen, bestellen. Das wirkte auf mich zunächst ungewohnt, im Nachhinein finde ich es passend, denn es zwingt einen, die Entscheidung bewusst zu treffen statt nebenbei.
Nach Abschluss der Bestellung kam eine Bestätigungs-E-Mail mit Zugangsdaten zu einem persönlichen Backoffice. Dort lassen sich laufende Käufe einsehen und verwalten. Für mich mit der Sofortvariante war das vor allem eine saubere Ablage; bei der 36-Monats-Variante wäre es das zentrale Werkzeug, weil sich dort über Jahre monatliche Gutschriften ansammeln. Wer diesen Weg geht, sollte die Einträge regelmäßig mit den eigenen Unterlagen abgleichen. Die angekündigte Lieferzeit von höchstens neun Wochen hat sich bei mir als realistischer Rahmen erwiesen. Man sollte sie einfach als das nehmen, was sie ist, und nicht mit dem Versand eines Elektronikartikels vergleichen.
Angenehm fand ich, dass es zusätzlich eine Rückkaufmöglichkeit gibt, auf der Website als „Ankauf von Gold“ bezeichnet. Über das Kontaktformular lässt sich dazu eine unverbindliche Anfrage stellen. Das ist kein Nebendetail: Ein Kauf fühlt sich anders an, wenn der Weg zurück von vornherein mitgedacht ist.
Was ich vorher gern gewusst hätte
Drei Dinge würde ich jedem mitgeben. Erstens: Die Wahl zwischen den beiden Varianten ist verbindlich, man sollte sie also nicht nebenbei treffen. Zweitens: Die Preise schwanken mit dem Goldpreis, maßgeblich ist immer der Preis zum Zeitpunkt der Bestellung. Ein kurzer Blick auf den Tagespreis vorher lohnt sich. Drittens: Bei der Wartevariante entscheidet der Vertrag, wann und in welcher Form die monatlichen Gutschriften tatsächlich fließen und was bei vorzeitiger Beendigung gilt. Diese Punkte würde ich mir im Zweifel schriftlich bestätigen lassen.
Mein Fazit zu den TGI AG Erfahrungen
Das Modell greift ein echtes Problem auf, den hohen Aufschlag bei kleinen Goldbarren, und beantwortet es mit einem klar strukturierten Rabattsystem. Genau das hat mich überzeugt: Ich musste nicht raten, wo mein Vorteil herkommt, er stand als Zahl in der Rechnung. Die Sofortvariante ist einfach zu verstehen, schnell abgewickelt und für den Einstieg aus meiner Sicht die beste Wahl. Die 36-Monats-Variante verspricht rechnerisch deutlich mehr und dürfte für alle interessant sein, die Geduld mitbringen, einen langen Zeithorizont haben und dort kaufen können, wo sie angeboten wird.

Ich würde wieder dort kaufen. Wer sich damit befassen möchte, sollte die aktuellen Preise sowie die Bedingungen zu Lieferung, Gutschrift und Rückkauf direkt beim Anbieter prüfen. Dann wird aus dem beworbenen Sonderpreis auch ein realer Vorteil.
