Goldbericht: Verzweiflungsakt der Schweizerischen Nationalbank

Goldbericht: Verzweiflungsakt der Schweizerischen Nationalbank

SNB-Leitzinssenkung auf nahe Null – Franken fällt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ergreift Massnahmen gegen die Aufwertung des Frankens. Sie senkt die Leitzinsen auf nahe Null. Auf den Franken haben die Massnahmen die erwünschte Wirkung – vorerst.

Ab sofort strebt die SNB einen Dreimonats-Libor so nahe bei Null wie möglich an und verengt ihr Zielband für den Dreimonats-Libor auf null bis 0,25 Prozent. Zuletzt hatte das Zielband bei Null bis 0,75 Prozent gelegen. Zudem wird die SNB die Liquidität am Franken-Geldmarkt “massiv” erhöhen.

Der Franken gibt gegenüber dem Euro nach Bekanntgabe der SNB-Massnahmen nach. Er fiel von 1,0810 kurz vor 9 Uhr morgens auf 1,1070. Zuvor war der Franken auf einen neuen Rekordwert von 1,0796 gestiegen.

Wegen der sprunghaften Aufwertung des Schweizer Frankens in den letzten Tagen aufgrund der Verunsicherung der Kapitalmärkte kommen die Massnahmen der SNB nicht überraschend. Die Bank unter der Leitung von Präsident Phillip Hildebrand stand unter zunehmenden Druck von Politik, Exportwirtschaft und Tourismusgewerbe, etwas gegen die Frankenstärke zu unternehmen.

Sind Massnahmen nachhaltig?

Die Massnahmen haben auch einen Eigennutz: Sie zielen auf die riesigen Verluste auf den SNB-Währungsreserven ab, die sich durch die erfolglosen Interventionen in den letzten zwei Jahren angehäuft haben. Der schwache Euro lastete immer schwerer auf der tiefroten SNB-Bilanz.

Ob die SNB-Massnahmen die Landeswährung nachhaltig abwerten können, bleibt abzuwarten. Die Schritte der SNB scheinen aber zu wenig gewichtig, sich gegen die Schuldenkrise-Lawine in Europa stemmen zu könnnen. Am Markt werden die Massnahmen denn auch bloss als “psychologischen Schritt” und als Signal der SNB eingestuft.

“Diese Massnahmen dürften den Anstieg des Frankens wahrscheinlich nicht zu einem Ende bringen. Das dürfte ein harter Kampf für die SNB sein und im besten Fall die Geschwindigkeit des Anstiegs verlangsamen”, sagt der Ökonom Neil Mellor von der Bank of New York Mellon zu Reuters. “Der Markt ist zum Schluss gekommen, dass der Franken ein sicherer Hafen ist”.

Wirkung erzielte die SNB am Mittwoch vor allem auch mit der verbalen Intervention, wonach die Bank den Franken “zur Zeit als massiv überbewertet” einstuft. Die gegenwärtige Frankenstärke bedrohe die Wirtschaftsentwicklung und erhöhe die Abwärtsrisiken für die Preisstabilität in der Schweiz”, schreibt die SNB.

“Bei Bedarf weitere Massnahmen”

Die Giroguthaben der Banken bei der SNB würden von derzeit rund 30 Milliarden auf 80 Milliarden Franken ausgedehnt, konkretisiert die SNB ihre weitere Massnahme. “Mit sofortiger Wirkung wird die Nationalbank deshalb auslaufende Repos und SNB Bills nicht mehr erneuern und ausstehende SNB Bills zurückkaufen, bis der angestrebte Girobestand erreicht ist”, so die SNB.

Die Nationalbank beobachte die Entwicklung am Devisenmarkt “sehr aufmerksam” und werde bei Bedarf weitere Massnahmen gegen die Frankenstärke ergreifen. Ökonomen sind der Ansicht, der die SNB weiter handeln werde. “Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit weiterer Interventionen ist sehr hoch. Es ist eher unwahrscheinlich, dass eine Absenkung der Zinsen auf null ausreichend sein wird”, sagt Lutz Karpowitz von der Commerzbank zu

Quelle: cash.ch